Wer das festgestellt hat? Keine Ahnung, habe ich mal irgendwo gelesen. Mir auch egal, denn mir ist wichtig, das die Teilnehmer genau so empfinden. Also kommen Sie mir nicht mit wissenschaftlichen Beweisen.
Als Teilnehmerin bin ich froh über ein wenig Abwechslung im Ohr. Wenn ich die Stimme des Fachmanns nur schwer ertragen kann, aber das Thema spannend finde, dann rettet mich vielleicht die Stimme des Moderators. Das kann aber auch umgekehrt sein.
Jedes Mal wenn die Stimme anders ist, beginnt eine neue Aufmerksamkeitsspanne bei mir als Teilnehmer. Ebenso wie im Film, in dem eine neue Szene folgt.
Hoffen wir nur, dass da nicht zwei Langweiler-Moderatoren sitzen. Dann braucht man eigentlich auch keinen Wechsel.
Ebenso schlimm ist es aber, wenn da zwei aufgekratzte Spaßbomben ein Dauerfeuerwerk abfeiern. Das ist, außer vielleicht am Rosenmontag, auch nicht so leicht zu ertragen. Maßvoll sollte es sein.
Dialekte
Mich begeistern unterschiedliche Dialekte. So lange sie grundsätzlich noch ein Verstehen ermöglichen. Man hört ihn raus, den Berliner, den Kölner oder den Frankfurter, um nur mal einige zu nennen. Wenn die Moderatoren unterschiedliche Dialekte haben, wirkt das auch aktivierend, weil die Unterschiede viel größer und leichter wahrzunehmen sind.
Auch hier bitte so maßvoll nutzen, dass die Botschaft auf jeden Fall noch rüber kommt.
Zur eigenen Form finden
Mancher Trainer verliert im Webinar leider schon mal seine sympathische Art zu sprechen, die ich aus Präsenzveranstaltungen oder von Telefongesprächen schätze. Ist da Angst im Spiel? Schade. Liegt es daran, dass das Webinar an sich immer noch ein abstraktes, wenig menschliches Gebilde ist und voller technischer Überraschungen steckt?
Hier kann ein Moderatorenteam helfen, um den Kollegen aus der Reserve zu locken und zu seiner bekannten Form zu finden. Tauschen Sie nach der Veranstaltung unbedingt ein intensives Feedback aus.
Achten Sie mal drauf, wenn Sie sich stimmlich auf ein Webinar vorbereiten:
- Machen Sie mal eine Aufnahme. Was mögen Sie an Ihrer Stimme?
- Wie würden andere Ihren Stimmklang beschreiben? Was macht Ihre Stimme sympathisch? Was macht sie glaubhaft?
- Probieren Sie unterschiedliche Stimmlagen. Wie viel Wert legen Sie im Alltag auf die Betonung?
- Trainieren Sie mit Ihrem Moderatorenpartner bei der Vorbereitung der Veranstaltung. Wie unterschiedlich sind Ihre Stimmen? Können Sie während der Veranstaltung damit spielen?
- Recherchieren Sie Literatur oder Informationen zur Stimme und zur Stimmbildung und gestalten Sie sich daraus eine kleine Aufwärmüung, die Sie vor Ihren Webinaren Ihrer Stimme gönnen.
- Gönnen Sie sich mal wieder einen Besuch beim Stimmtherapeuten. Das tut gut. Gerade wir Trainer sollten viel sorgsamer mit unserem wichtigsten Arbeitsinstrument umgehen. Das gilt sowohl für Präsenz-, als auch für Onlinetrainer. Ich bekomme da gleich selbst ein schlechtes Gewissen. Für alle Braunschweiger, oder Leser aus meiner Region: Ich verweise mal auf Karla Mehrtens, hier fühle ich mich sehr gut aufgehoben in diesen Fragen. Da wäre wirklich mal wieder ein Kontrollbesuch wichtig. Image may be NSFW.
Clik here to view. - Bereiten Sie sich gemeinsam mit Ihrem Moderatoren-Partner auf Ihr Webinar vor und konzentrieren Sie sich ganz bewusst auf Ihre stimmlichen Stärken. Wenn Sie das konsequent trainieren und sich in der Vorbereitung Zeit dafür nehmen, dann liefern Sie ein gigantisches auditives Erlebnis ab.
Fazit:
Sich der eigenen Stimme bewusst zu sein, das gibt Ihnen die notwendige Sicherheit für eine solche Veranstaltung. Wenn Sie die Unterschiedlichkeit Ihrer Stimmen kennen und nutzen, dann können Sie ein unglaublich aktivierendes Webinar abliefern. Speilen Sie mit Ihren Stimmstärken.
Der Beitrag Webinar im Moderatoren-Tandem Teil 3/5: Unterschiedliche Stimmen erschien zuerst auf Sandra Dirks - apprenti.